Millionärsrechner
Berechnen Sie, in wie vielen Jahren Sie die erste Million erreichen können. Mit Inflation und Steuern lässt sich der Rechner so einstellen, dass Sie sehen, was Ihre Million in heutiger Kaufkraft tatsächlich wert sein wird.
Keine Anlageberatung. Alle Ergebnisse sind vereinfachte Schätzungen auf Basis konstanter Annahmen. Tatsächliche Renditen und Inflation können erheblich abweichen.
Was bedeutet „Wann bin ich Millionär"?
Die Frage klingt einfach, hat aber zwei Antworten. Die nominale Million ist der Moment, in dem auf Ihrem Depotauszug 1.000.000 Euro steht. Die reale Million ist der Moment, in dem dieses Vermögen die Kaufkraft hat, die eine Million heute hätte. Zwischen beiden Punkten liegen je nach Inflation rund 10 bis 20 Jahre.
Der Rechner zeigt beide Werte parallel an. So sehen Sie nicht nur, wann die Zahl auf dem Konto erreicht ist, sondern auch, wann Sie damit das kaufen können, was eine Million heute kauft. Das ist der zentrale Unterschied zu typischen Online-Rechnern, die nur die nominale Sicht zeigen und damit ein zu optimistisches Bild zeichnen.
Die vier Stellschrauben Ihres Weges
Jedes Ergebnis im Rechner entsteht aus diesen vier Größen. Wer sie versteht, versteht den ganzen Mechanismus.
Startkapital
Was Sie heute schon angespart haben. Je früher investiert, desto länger arbeitet es für Sie.
Sparrate
Ihre monatliche Einzahlung. Konstanz schlägt Höhe, sobald Zeit im Spiel ist.
Rendite
Erwarteter Zinssatz pro Jahr. Schon ein Prozentpunkt verändert das Endergebnis erheblich.
Zeit
Die wichtigste Größe. Zinseszins wirkt überproportional in den späten Jahren.
Welche Rendite ist realistisch?
Die dritte Stellschraube wirkt am stärksten auf das Endergebnis und verleitet genau deshalb gerne zu optimistischen Annahmen. Ein kurzer Blick auf historische Durchschnittswerte hilft, realistisch zu bleiben.
Historische Renditen im Vergleich
Langfristige Durchschnittswerte, vor Inflation und Steuern.
Ein Hinweis dazu: In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren lag die Rendite des MSCI World mit rund 10 Prozent jährlich deutlich über dem langfristigen Schnitt. Das könnte eine neue Normalität sein, etwa weil große Technologieunternehmen das Wachstum aktuell tragen. Es könnte aber auch eine Phase sein, die sich wieder normalisiert. Wer eine Lebensplanung auf den jüngsten Werten aufbaut statt auf dem 50-Jahres-Durchschnitt, geht bewusst ein Risiko ein.
Drei Wege, drei Antworten
Der Rechner arbeitet in drei Richtungen, je nachdem, welche Frage Sie sich gerade stellen. Die Eingabefelder passen sich automatisch an.
Wann bin ich Millionär?
Sie geben Sparrate und erwartete Rendite ein. Der Rechner zeigt, in wie vielen Jahren Sie die Million erreichen. Mit zusätzlicher Anzeige, wann die reale Million in heutiger Kaufkraft erreicht ist.
Wie viel sparen?
Sie haben einen Zeithorizont im Kopf, etwa bis zur Rente. Der Rechner ermittelt, welche monatliche Sparrate dafür nötig ist.
Welche Rendite?
Sie wissen, was Sie sparen können und wie viel Zeit Sie haben. Der Rechner zeigt, welche durchschnittliche Rendite Sie erzielen müssten.
In allen drei Modi können Sie unter „Erweiterte Optionen“ Inflation, Steuern und eine jährliche Erhöhung der Sparrate aktivieren. Damit aus einer optimistischen Brutto-Rechnung eine realistische Netto-Perspektive wird.
Was dieser Rechner berücksichtigt
Viele Millionärsrechner im Netz liefern Wunschzahlen. Brutto, ohne Kaufkraftverlust, ohne Steuern. Das Ergebnis sieht beeindruckend aus, hat aber wenig mit dem zu tun, was Sie später tatsächlich ausgeben können.
Monatlicher Zinseszins
Die Verzinsung wird jeden Monat neu berechnet, nicht jährlich. Das entspricht der Realität eines ETF-Sparplans, bei dem jeder eingezahlte Euro sofort mitarbeitet. Der Unterschied zur jährlichen Verzinsung wirkt klein, summiert sich aber über 30 Jahre auf einige Tausend Euro.
Inflation
Eine Million Euro in 30 Jahren entspricht bei 2 Prozent Inflation einer heutigen Kaufkraft von etwa 552.000 Euro. Der Rechner zeigt auf Wunsch beide Werte parallel an, nominal und real, damit Sie wissen, was Ihr Vermögen später wirklich wert sein wird.
Steuern
Auf Kapitalerträge fallen in Deutschland Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag an, zusammen rund 26,375 Prozent. Mit Kirchensteuer sind es bis zu knapp 28 Prozent. Bei Aktien-ETFs gilt die Teilfreistellung von 30 Prozent, der effektive Satz liegt dann bei etwa 18,5 Prozent. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person bleibt steuerfrei. Der Rechner berücksichtigt all das, sobald Sie die Option aktivieren.
Eine Einordnung dazu: Der Rechner unterstellt vereinfacht eine vollständige jährliche Besteuerung aller Erträge. In der Praxis ist das bei thesaurierenden Aktien-ETFs anders. Während der Ansparphase fällt nur die Vorabpauschale an, die bei aktuell niedrigem Basiszins meist sehr klein ist. Der Großteil der Steuer wird erst beim Verkauf fällig. Damit bleibt während der Sparphase mehr Kapital investiert, das weiter Zinseszins erzeugt. Das tatsächliche Endkapital wäre über 30 Jahre rund fünf bis zehn Prozent höher als hier dargestellt. Die Berechnung ist also bewusst konservativ.
Bei Einzelaktien, ausschüttenden ETFs und Mischfonds gelten teils andere Regeln, etwa unterschiedliche Teilfreistellungen oder die sofortige Besteuerung von Dividenden. Für eine grobe Orientierung reichen die Annahmen des Rechners. Für die exakte Steuerlast Ihres tatsächlichen Depots bleibt der Blick auf die Wertpapierabrechnung unverzichtbar.
Warum jedes Jahr früher so viel ausmacht
Die wichtigste Erkenntnis aus jedem Vermögensrechner lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Zeit ist wertvoller als Geld. Zwei Szenarien zeigen, wie deutlich dieser Effekt ausfällt. Beide Personen wollen mit 65 Millionär sein, beide rechnen mit 7 Prozent Rendite, ohne Steuern und Inflation, um den reinen Zeiteffekt sichtbar zu machen.
Person A
- Sparzeit
- 40 Jahre
- Insgesamt eingezahlt
- 181.810 €
- Endkapital
- 1.000.000 €
Person B
- Sparzeit
- 30 Jahre
- Insgesamt eingezahlt
- 293.378 €
- Endkapital
- 1.000.000 €
Warum die Million nicht das eigentliche Ziel ist
Die Million ist eine motivierende Zahl, kein magischer Schwellenwert. Sie taugt als Ziel, weil sie konkret ist und sich gut merken lässt. Wer sich allerdings nur darauf fixiert, übersieht das eigentliche Etappenziel.
Die Million bleibt ein schönes Ziel, aber sie ist eine Etappe auf einem längeren Weg, kein Endpunkt. Was Sie mit dem Vermögen später anstellen wollen, sagt mehr über Ihr Leben als die Zahl auf dem Konto. Viele kommen mit weniger gut zurecht, wenn sie ihre Lebenshaltungskosten realistisch einschätzen und früh anfangen. Andere brauchen mehr, weil sich ihre Vorstellungen verändert haben.
Nutzen Sie diesen Rechner deshalb in beide Richtungen: zum Anvisieren der Million als motivierende Größe und zum ehrlichen Blick auf die ersten 100.000 Euro, das tatsächlich greifbare Etappenziel.
Häufige Fragen zum Millionärsrechner
Ist eine Million Euro in 30 Jahren überhaupt noch viel wert?
Bei 2 Prozent durchschnittlicher Inflation entspricht eine Million in 30 Jahren in heutiger Kaufkraft etwa 552.000 Euro. Das ist immer noch eine substantielle Summe. Bei einer Entnahmerate von 3 Prozent pro Jahr ergeben sich daraus rund 1.380 Euro monatliches Zusatzeinkommen in heutiger Kaufkraft.
Wer wirklich die heutige Kaufkraft einer Million erreichen möchte, plant mit etwa 1,8 Millionen Euro nominalem Ziel. Den entsprechenden Wert können Sie im Rechner einfach im Feld Zielkapital einstellen.
Welche Rendite ist realistisch?
Für einen breit gestreuten Aktien-ETF wie den MSCI World oder FTSE All-World liegen die historischen Werte bei 7 bis 9 Prozent pro Jahr, gemessen am langfristigen Durchschnitt. Konservative Planungen rechnen mit 6 Prozent, optimistische mit 8 Prozent.
Werte über 10 Prozent sind langfristig kaum nachhaltig und sollten nicht die Grundlage einer Lebensplanung sein. Wer Ihnen 12 Prozent oder mehr verspricht, verkauft ein Produkt, keine Anlagestrategie.
Sollte ich Steuern einrechnen?
Ja. Die Abgeltungssteuer reduziert das Endkapital spürbar. Bei einem Aktien-ETF beträgt der effektive Steuersatz nach Teilfreistellung etwa 18,5 Prozent. Über 30 Jahre verschiebt sich der Zeitpunkt, an dem Sie die Million erreichen, dadurch um drei bis sechs Jahre nach hinten, je nach Höhe Ihrer Sparrate.
Wer die Steuer in der Planung ignoriert, rechnet sich zu früh wohlhabend. Aktivieren Sie im Rechner die Option Steuern einrechnen, dann sehen Sie den Unterschied direkt.
Wie viel muss ich monatlich sparen, um Millionär zu werden?
Das hängt von Zeit, Rendite und Startkapital ab. Als Faustregel: Wer mit null beginnt, bei 7 Prozent jährlicher Rendite spart und 30 Jahre Zeit hat, benötigt rund 815 Euro pro Monat. Bei 40 Jahren reichen bereits etwa 380 Euro.
Jede zusätzliche Sparperiode senkt die nötige Rate deutlich, weil der Zinseszinseffekt mit der Zeit überproportional wirkt. Nutzen Sie den Modus Wie viel sparen, um Ihren persönlichen Wert zu sehen.
Reicht ein einziger Welt-ETF, um Millionär zu werden?
Historisch betrachtet ja. Der MSCI World hat im langfristigen Schnitt etwa 7 bis 9 Prozent jährliche Rendite geliefert, vor Inflation und Steuern. Auch bei vorsichtiger Annahme von 6 Prozent nach Steuern und Kosten reichen 30 bis 35 Jahre, um mit moderaten Sparraten auf die Million zu kommen.
Entscheidend ist nicht die Auswahl exotischer Produkte, sondern Disziplin und Durchhaltevermögen, gerade in Krisenphasen. Ein einziger gut gewählter Welt-ETF reicht in den allermeisten Fällen.
Was passiert, wenn die Börse einbricht?
Einbrüche von 30 bis 50 Prozent sind in der Aktiengeschichte normal und kommen alle 7 bis 15 Jahre vor. Wer langfristig spart und nicht in Panik verkauft, hat solche Verluste historisch immer wieder aufgeholt.
Wichtiger als die Reaktion in der Krise ist die Vorbereitung: ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben, getrennt vom Depot, damit Sie auch in schwierigen Phasen nicht zwingend an Ihre Anlagen heranmüssen. Wer in einem Crash günstig nachkauft, profitiert sogar überdurchschnittlich.
Was bringt eine jährliche Sparraten-Erhöhung?
Mehr als die meisten denken. Eine jährliche Erhöhung der Sparrate um 2 Prozent, etwa parallel zur Gehaltsentwicklung, kann die Zeit bis zur Million um drei bis vier Jahre verkürzen. Bei 3 Prozent pro Jahr sind es noch deutlich mehr.
Der Hebel ist groß, weil die erhöhten Sparraten in den späten Jahren mit dem höchsten Zinseszinseffekt zusammenfallen. Aktivieren Sie unter Erweiterte Optionen die Sparraten-Erhöhung, um den Effekt zu sehen.
Ist das Ergebnis eine Anlageempfehlung?
Nein. Der Rechner zeigt, was unter bestimmten Annahmen mathematisch möglich ist. Welche Anlageform zu Ihnen passt, hängt von Ihrer Lebenssituation, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikotoleranz ab.
Für individuelle Entscheidungen ersetzt ein Rechner kein Gespräch mit einer unabhängigen Honorarberatung.
Vom Rechenspiel zur Strategie
Ein Rechner ersetzt keine Strategie, aber er macht die wichtigste Frage greifbar: Was passiert, wenn Sie heute anfangen und nicht erst in fünf Jahren? Spielen Sie die Werte durch. Probieren Sie verschiedene Renditen, verschiedene Sparraten, verschiedene Zeithorizonte. Je länger Sie mit den Zahlen arbeiten, desto klarer wird, wo in Ihrem Leben der größte Hebel sitzt.
Wer einen ergänzenden Blick auf das Konzept hinter dem Zinseszins werfen möchte, findet im Zinseszinsrechner die klassische Variante ohne Zielvorgabe. Regelmäßige Impulse zum Thema langfristiger Vermögensaufbau gibt es im Newsletter. Wer eine persönliche Begleitung sucht, kann sich über meine Honorarberatung informieren.
